* Lehrgänge - Fragen zur Prüfung der Sachkunde nach §31 WaffG*

Lehrgänge

Schützenkreis Rottweil
Württembergischer Schützenverband 1850 e.V.

Sachkunde: Teil A. Waffenrechtliche Fragen

1. Allgemeine waffenrechtliche Begriffe

    Was sind Schußwaffen im Sinne des Waffengesetzes?

    • Schußwaffen im Sinne des Waffengesetzes sind Geräte, die zum Angriff, zur Verteidigung, zum Sport, Spiel oder zur Jagd bestimmt sind und bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden.

    Wann geht die Schußwaffeneigenschaft einer Waffe verloren?

    • Die Schußwaffeneigenschaft geht erst dann verloren, wenn alle wesentlichen Teile so verändert sind, daß sie mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen nicht wieder gebrauchsfähig gemacht werden können.

    Welches sind die "wesentlichen Teile" herkömmlicher Schußwaffen?

    • Wesentliche Teile sind
      • der Lauf
      • der Verschluß
      • das Patronen- oder Kartuschenlager, wenn letzteres nicht bereits Bestandteil des  Laufes sind
      • das Griffstück oder sonstige Waffenteile, soweit sie für die Aufnahme des   Auslösemechanismus bestimmt sind, von Kurzwaffen.

    Was sind Selbstladewaffen im Sinne des Waffengesetzes?

    • Selbstladewaffen im Sinne des Waffengesetzes sind Schußwaffen, bei denen nach dem ersten Schuß lediglich durch Betätigen des Abzuges weitere Schüsse aus dem selben Lauf abgegeben werden können.

    Was sind Einzellader?

    • Einzellader sind Schußwaffen ohne Mehrladeeinrichtung, bei denen also die Patrone nach jedem Schuß mit der Hand durch eine neue ersetzt werden muß, um mit der Waffe aus dem selben Lauf einen weiteren Schuß abgeben zu können.

    Was verstehen Sie unter einem Schalldämpfer?

    • Schalldämpfer sind Vorrichtungen, die der Dämpfung des Mündungsknalls dienen und für Schußwaffen bestimmt sind.

    Welche Arten von Munition unterscheidet das Waffengesetz?

    • Das Waffengesetz unterscheidet
      • Patronenmunition (Hülsen mit Ladungen, die das Geschoß enthalten).
      • Kartuschenmunition (Hülsen mit Ladung, die ein Geschoß nicht enthalten).
      • pyrotechnische Munition (Patronen-Munition, die ein pyrotechnisches Geschoß  enthält, z.B. Leucht- und Signalpatronen; Raketen, bei denen der Antrieb nach   dem Abschuß durch die mitgeführte Ladung erfolgt, z.B. Vogelschreckraketen;   Geschosse die einen pyrotechnischen Satz enthalten, z.B. Signalsterne.
      • hülsenlose Treibladungen, wenn sie eine den Innenmaße einer Schußwaffe   angepaßte Form haben und zum Antrieb von Geschossen bestimmt sind  (Presslinge)

    Was sind Geschosse im Sinne des Gesetzes?

    • Geschosse im Sinne des Gesetzes sind
      1. feste Körper (Einzelgeschosse oder Schrote) oder
      2. gasförmige, flüssige oder feste Stoffe in Umhüllungen, die zum Verschießen aus einer Schußwaffe bestimmt sind.

    Was bedeutet "Erwerben" im Sinne des Gesetzes?

    • Im Sinne des Gesetzes erwirbt einen Gegenstand, wer die tatsächliche Gewalt über ihn erlangt.

    Was bedeutet "Überlassen" im Sinne des Gesetzes?

    • Im Sinne des Gesetzes überläßt einen Gegenstand, wer die tatsächliche Gewalt über ihn einem anderen einräumt.
    • Was bedeutet "Führen" im Sinne des Gesetzes?
    • Im Sinne des Gesetzes führt eine Waffe, wer die tatsächliche Gewalt über sie außerhalb seiner Wohnung, Geschäftsräume oder seines befriedeten Besitztums ausübt.

2. Kennzeichnung von Schußwaffen und Munition

    Welche Kennzeichen trägt üblicherweise eine Schußwaffe?

    • Auf einer Schußwaffe befinden sich üblicherweise folgende Kennzeichen:
      1. Name, Firma oder eingetragenes Warenzeichen eines Waffenherstellers oder    -händlers, der im Geltungsbereich dieses Gesetzes eine gewerbliche Niederlassung hat.
      2. Die Bezeichnung der handelsüblichen Munition.
      3. eine fortlaufende Nummer.
      4. ein Beschußzeichen.

    Was bedeutet das Beschußzeichen?

    • Das Beschußzeichen bedeutet, daß die Schußwaffe auf Haltbarkeit, Handhabungs-sicherheit und Maßhaltigkeit behördlich geprüft worden ist.

    Welche Kennzeichen müssen auf der Munition angebracht sein?

    • Auf der Hülse der Munition müssen das Hersteller- oder Händlerzeichen und die Bezeichnung der Munition angebracht sein.

    Welche Kennzeichen müssen auf der kleinsten Verpackungseinheit der Munition angebracht sein?

    • Auf der kleinsten Verpackungseinheit müssen angebracht sein:
      • das Hersteller- oder Händlerzeichen.
      • das Fertigungszeichen (Fertigungsserie).
      • die Bezeichnung der Munition.
      • die Anzahl der in der Verpackungseinheit enthaltenen Patronen oder Kartuschen.
      • das CIP Prüfzeichen.

    Wann ist eine Schußwaffe erneut zum Beschuß vorzulegen?

    • Eine Schußwaffe ist erneut durch Beschuß amtlich zu prüfen, wenn ein wesentliches Teil ausgetauscht, verändert oder instand gesetzt worden ist.

    Welche zusätzlichen Angaben müssen auf Kartuschenmunition mit Reizstoffen angebracht werden?

    • Auf der Hülse muß die Kurzbezeichnung des in der Kartusche enthaltenen Reizstoffes angegeben werden. Ist diese Kennzeichnung auf dem Hülsenboden nicht möglich, ist folgende Farbkennzeichnung anzubringen:
      • Blau Munition mit CN.
      • Gelb Munition mit CS.
      • Rot Munition mit sonstigen Reizstoffen

    Welche zusätzlichen Kennzeichen müssen auf der kleinsten Verpackungseinheit von Schrotmunition angebracht sein?

    • Der Durchmesser oder die Nummer der Schrote sowie die Länge der Hülse, sofern sie länger ist als 65 mm bei den Kalibern 20 und größer oder länger als 63.5 mm bei den Kalibern 24 und kleiner.

3. Erwerben und Überlassen von Schußwaffen und Munition

    Welche behördliche Erlaubnis ist im allgemeinen zum Erwerb einer Schußwaffe erforderlich?

    • Im allgemeinen bedarf der Erwerb einer Schußwaffe der behördlichen Erlaubnis. Die Erlaubnis wird durch eine Waffenbesitzkarte erteilt.

    Für den Erwerb welcher Schußwaffen bedarf es einer Waffenbesitzkarte?

    • Grundsätzlich für den Erwerb aller Schußwaffen, ausgenommen Spielzeugwaffen, Vorderlader mit Lunten- und Funkenzündung, zugelassene Schreckschuß-, Reizstoff- und Signalwaffen, ferner die übrigen nach §§1-4 der 1.WaffV von der Erwerbserlaubnis befreiten Schußwaffen und Schußwaffenteile.

    Dürfen Schalldämpfer ohne Erlaubnis erworben werden?

    • Der Erwerb von Schalldämpfern bedarf der Erlaubnis, die durch die Waffenbesitzkarte erteilt wird.

    Was hat der Erwerber zu tun, wenn er eine Schußwaffe von einer Privatperson erworben hat?

    • Der Erwerber ist verpflichtet, seine Waffenbesitzkarte innerhalb zweier Wochen der zuständigen Behörde zur Eintragung des Besitzwechsels in die Waffenbesitzkarte vorzulegen.

    Ist die Einfuhr von Schußwaffen und Munition aus einem fremden Wirtschaftsgebiet nach dem Waffengesetz erlaubnispflichtig?

    • Nein! Jedoch hat der Einführer erlaubnispflichtiger Schußwaffen seine Berechtigung zum Erwerb oder zur Ausübung der tatsächlichen Gewalt durch eine Waffenbesitzkarte, einen Jagdschein oder einen Munitionserwerbschein bzw. Munitionserwerbsberechtigung nachzuweisen.

    Was hat derjenige, der eine Schußwaffe auf eine Waffenbesitzkarte eingeführt hat, nach erfolgter Einfuhr zu veranlassen?

    • Er hat die Waffenbesitzkarte innerhalb eines Monats der zuständigen Erlaubnis-behörde zur Eintragung des Erwerbs der eingeführten Schußwaffe vorzulegen.

    Was haben Personen zu tun, die mit Schußwaffen in die BRD einreisen?

    • Diese Schußwaffen sind der Grenzdienststelle bei der Einreise und ggf. auch bei der Wiederausreise anzugeben. Auf Verlangen sind die Schußwaffen diesen Stellen vorzuführen.

    Wer braucht bei der Einfuhr von Schußwaffen die Erwerbsberechtigung nicht nachzuweisen?

    • Eine Erwerbsberechtigung brauchten u.a. nicht nachzuweisen:
      • Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt nicht in der BRD haben und die
        1. nicht mehr als zwei Langwaffen und Munition durch das Bundesgebiet transportieren wollen,
        2. Schußwaffen und Munition lediglich zu Sammlerveranstaltungen in das Bundesgebiet verbringen wollen,2. Mitglieder von Schießsportverbänden für Schußwaffen und Munition, die sie für die Teilnahme an internationalen Schießsportveranstaltungen benötigen.

    Wie ist der Nachweis der Erwerbs- oder Besitzberechtigung zu erbringen?

    • Der Nachweis ist zu erbringen:
      • für Schußwaffen durch die Waffenbesitzkarte.
      • für Jagdwaffen durch den Jagdschein.
      • für Munition durch die Waffenbesitzkarte mit einem entsprechenden Berechtigungsvermerk oder durch den Jagdschein oder durch den Munitionserwerbschein.

    Wem dürfen erlaubnispflichtige Schußwaffen überlassen werden?

    • Solche Schußwaffen dürfen nur
      1. an Berechtigte (Waffenbesitzkarteninhaber, Jagdscheininhaber soweit es sich um Waffen handelt, die länger als 60 cm sind, ausgenommen Selbstladewaffen, deren Magazin mehr als zwei Patronen aufnehmen kann),
      2. an konzessionierte Waffenhändler,
      3. einem Büchsenmacher zum Zwecke der Instandsetzung,
      4. einer Person zur sicheren Aufbewahrung, sowie zum gewerbemäßigen oder nichtgewerbemäßigen Beförderung zu einem Berechtigten,überlassen werden.

    Darf eine Schußwaffe ohne Beschußzeichen einem anderen überlassen werden?

    • Nein! Schußwaffen dürfen anderen nur überlassen oder zum Schießen nur verwendet werden, wenn sie das amtliche Beschußzeichen tragen, ausgenommen Schußwaffen, die vor dem 1. Januar 1891 hergestellt wurden, oder für die von einem Beschußamt eine Bescheinigung darüber ausgestellt wurde, daß der Beschuß der Waffe nicht durchgeführt werden kann.

    Was ist zu veranlassen, wenn eine Privatperson einer anderen berechtigten Privatperson eine Schußwaffe überläßt?

    • Bei dieser Art des Überlassens sind der Erwerber und der Überlasser verpflichtet, ihre Waffenbesitzkarten innerhalb von zwei Wochen der Behörde zur Eintragung des Besitzwechsels und der sonstigen vorgeschriebenen Angaben vorzulegen.

    Welche Anzeigepflicht hat der Waffenbesitzer bei der Überlassung von erlaubnispflichtigen Handfeuerwaffen an einen Erwerber im Ausland oder bei der Versendung in das Ausland zu beachten?

    • Wer erlaubnispflichtige Handfeuerwaffen oder wesentliche Teile solcher Waffen jemandem überläßt, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat des Europäischen Übereinkommens vom 28. Juni 1978 über die Waffenkontrolle hat oder sie dorthin versendet, hat dies unverzüglich dem Bundeskriminalamt schriftlich anzuzeigen.

    Welche Staaten sind derzeit Mitglied des Europäischen Übereinkommens vom 28. Juni 1987?

    • BRD, Island, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Schweden, Zypern.

    Dürfen Schußwaffen und Munition auf einer Schießstätte zum Schießen ohne Erlaubnis anderen überlassen werden?

    • Ja, aber Waffen nur zum vorübergehenden Gebrauch auf der Schießstätte und Munition zum sofortigen Verbrauch auf der Schießstätte.

    Welche Teile herkömmlicher Schußwaffen dürfen einzeln nur mit einer Waffenbesitzkarte erworben werden?

    • Das sind:
      • der Lauf,
      • der Verschluß,
      • das Patronen- oder Kartuschenlager,
      • bei Kurzwaffen das Griffstück oder das Waffenteil, das zur Aufnahme des Auslöse-mechanismus bestimmt ist,
      • von Waffen, die selbst der Erlaubnispflicht unterliegen.

    Dürfen Sie als Finder eine Schußwaffe an sich nehmen? Was haben Sie zu veranlassen?

    • Sie dürfen die Waffe an sich nehmen. Die Waffe ist unverzüglich dem Verlierer, Eigentümer oder sonstigen Empfangsberechtigten oder der für die Entgegennahme der Fundanzeige zuständigen Stelle abzuliefern.

    Welche behördliche Erlaubnis ist im allgemeinen zum Erwerb von Munition erforderlich?

    • Im allgemeinen ist für den Erwerb von Munition ein Munitionserwerbschein erforderlich.

    Welche Erlaubnisse berechtigen außerdem zum Erwerb von Munition?

    • Jagdscheine für den Erwerb von Munition für Langwaffen.
    • Waffenbesitzkarten für die Waffen, für die in der Waffenbesitzkarte eine Munition-erwerbsberechtigung eingetragen ist.

    Wo kann Munition frei erworben werden?

    • Auf dem Schießstand zum sofortigen Verbrauch.

    Woran ist erkennbar, daß die Munition zugelassen ist?

    • An den auf der kleinsten Verpackungseinheit aufgebrachten CIP-Prüfzeichen, dieses Zeichen besteht aus dem Beschußzeichen des jeweiligen Beschußamtes in Form einer Patrone, sofern die Munition von einem Beschußamt der BRD zugelassen worden ist.

    In welcher Verpackungsform darf Munition nur abgegeben werden?

    • Munition darf gewerbsmäßig nur in verschlossenen Packungen überlassen werden. (Ausnahme: Überlassen an berechtigte Munitionssammler).

Zusatz für Erwerber von Signalpistolen:

    Welche Signalpistolen können erlaubnisfrei erworben werden?

    • Das sind Signalwaffen, die das Zulassungszeichen der PTB tragen.

    Welche Signalwaffen erhalten dieses Zulassungszeichen der PTB?

    • Signalwaffen mit einem Patronen- oder Kartuschenlager bis zu 12 mm Durchmesser. Zum Erwerb von Signalwaffen mit größerem Patronen- oder Kartuschenlager bedarf es der Waffenbesitzkarte.

    Dürfen Geschosse mit pyrotechnischer Wirkung ohne Erlaubnis erworben werden?

    • Nur dann, wenn das Geschoß mit der Klassenbezeichnung PM I gekennzeichnet ist.

    Welche zusätzliche Angaben müssen auf pyrotechnischer Munition angebracht sein?

    • Auf pyrotechnischer Munition der Klasse PM II ist das Herstellungsjahr und die Verbrauchsdauer anzugeben. Ist bei pyrotechnischer Munition beider Klassen eine Kennzeichnung auf der Hülse nicht möglich, genügt die Kennzeichnung der kleinsten Verpackungseinheit; außerdem Kennzeichnung mit dem Bruttogewicht.

4. Führen von Schußwaffen

    Wer benötigt in der Regel einen Waffenschein?

    • Eines Waffenscheines bedarf, wer außerhalb seiner Wohnung, Geschäftsräume oder seines befriedeten Besitztums eine Schußwaffe bei sich hat (führt).

    Wie ist eine Schußwaffe von der Wohnung zur Schießstätte zu transportieren, wenn der Inhaber der Schußwaffe keinen Waffenschein hat?

    • Bei dem Transport darf die Schußwaffe nicht schußbereit und nicht zugriffsbereit sein.

    Unter welchen Voraussetzungen darf man in einem fremden Besitztum eine Schußwaffe ohne Waffenschein bei sich haben?

    • Unter der Voraussetzung, daß der über das Besitztum Verfügungsberechtigte dem zugestimmt hat.

    Bedarf es zum "Bei-sich-haben" einer Schußwaffe im unverschlossenen Handschuhfach oder einer schußbereiten Waffe im verschlossenen Handschuhfach eines Kraftwagens eines Waffenscheins?

    • Ja!

    Wann ist eine Waffe schußbereit?

    • Wenn sie geladen ist, d.h., Munition oder Geschosse in Trommel, Magazin oder Patronenlager sind, wenn die Waffe nicht gespannt oder wenn sie gesichert ist.

    Wann ist eine Schußwaffe zugriffsbereit?

    • Wenn sie mit wenigen Griffen in Anschlag gebracht werden kann. Nicht zugriffsbereit ist z.B. eine in einem Futteral untergebrachte Waffe.

    Darf eine Waffe von einem anderen als dem Berechtigten zum Büchsenmacher transportiert werden?

    • Ja, in diesem Fall wird die Schußwaffe von einem Berechtigten zu einem anderen Berechtigten nicht gewerbsmäßig befördert.

    Darf der Berechtigte einem anderen eine Langwaffe zum Schießen auf einem Schießstand überlassen?

    • Ja, wenn der andere die Waffe einem Berechtigten (Schießleiter) auf der Schießstätte zunächst übergibt.

    Welche Legitimationspapiere sind beim Führen einer Schußwaffe mitzuführen?

    • Personalausweis, Paß, Jagdschein oder Dienstausweis und die Waffenbesitzkarte, erforderlichenfalls der Waffenschein.

    Dürfen die Teilnehmer an öffentlichen Veranstaltungen, insbesondere an Volksfesten und öffentlichen Vergnügungen, Schußwaffen mit sich führen?

    • Bei derartigen Veranstaltungen ist das Mitführen von Schußwaffen grundsätzlich verboten. Das gilt auch für Hieb- und Stoßwaffen. Ausnahmen können von der Behörde erlaubt werden. Der Waffenschein ersetzt nicht diese Erlaubnis.

    Was ist Notwehr?

    • Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

    Was ist ein "gegenwärtiger rechtswidriger Angriff"?

    • Jede unmittelbar bevorstehende, gerade stattfindende oder fortdauernde Verletzung eines Rechtsgutes.

    Wie lange besteht die Notwehrsituation fort?

    • Solange der Angriff dauert.

    Muß der Schußwaffengebrauch in den Notwehrfällen unterbleiben, in denen der Angegriffene den Angriff auf andere Weise abwehren kann?

    • Ja!

    Muß im Notwehrfall vor dem Gebrauch der Schußwaffe der Angreifer gewarnt werden?

    • Soweit es die Umstände erlauben, soll vor dem Schußwaffengebrauch durch Zuruf, Warnschuß oder auf andere Weise gewarnt werden.

    Ist in Notwehrfällen, bei denen von der Waffe Gebrauch gemacht werden darf, die Abgabe eines "Todesschusses" möglich?

    • Eine Tötung des Angreifers soll vermieden werden; das gilt besonders, wenn sich der Angriff nicht gegen das Leben richtet.

    Besteht die Notwehrsituation auch bei der Gefahr des Verlustes geringwertiger Gegenstände?

    • Nein! Bei Gefahr des Verlustes geringwertiger Gegenstände ist der Schußwaffengebrauch keine durch Notwehr gebotene Verteidigungshandlung.

    Ist der Schußwaffengebrauch als Notwehr gegenüber Kindern zulässig?

    • Gegenüber Kindern ist es in aller Regel zumutbar, auf Abwehr mit der Schußwaffe zu verzichten.

    Ist Schußwaffengebrauch als Notwehr erforderlich, wenn der Angegriffene dem Angriff ausweichen kann?

    • In den Fällen, in denen der Angegriffene ohne Preisgabe wesentlicher eigener Interessen dem Angriff ausweichen kann, ist der Schußwaffengebrauch als Notwehr nicht geboten.

5. Schießen

    Bedarf es zum Schießen einer besonderen Erlaubnis?

    • Ja! Zum Schießen außerhalb von Schießstätten bedarf es grundsätzlich einer Erlaubnis.

    Welche Papiere muß der Inhaber einer Erlaubnis zum Schießen mit sich führen?

    • Schießerlaubnis, Waffenbesitzkarte, Personalausweis oder Paß.

    Mit welchen Schußwaffen darf im befriedeten Besitztum ohne Schießerlaubnis geschossen werden?

    • Mit Schußwaffen,
      1. wenn die Bewegungsenergie der Geschosse nicht mehr als 7,5 Joule beträgt,
      2. wenn deren Bauart nach §21 Abs.1 oder 2 zugelassen ist (z.B. 4-mm-Waffen) oder
      3. aus denen nur Randfeuerschrotpatronen mit einem Durchmesser bis 9 mm verschossen werden können,
    • wenn die Geschosse das befriedete Besitztum nicht verlassen können

 6. Nicht gewerbliches Herstellen und Bearbeiten von Schußwaffen und Munition

    Dürfen Schußwaffen auch von anderen als Waffenherstellern und Büchsenmachern verändert werden?

    • Ja, aber nur von Personen, die dazu eine Erlaubnis besitzen.

    Welche Änderungen sind erlaubnispflichtig?

    • Eine erlaubnispflichtige Änderung liegt vor, wenn die Schußwaffe verkürzt, in der Schußfolge verändert oder so geändert wird, daß andere Munition oder andere Geschosse aus ihr verschossen werden können oder wenn wesentliche Teile - ausgenommen Austausch- oder Einsteckläufe - ausgewechselt werden.

    Welche Änderungen sind nicht erlaubnispflichtig?

    • Nicht erlaubnispflichtig sind geringfügige Änderungen, insbesondere am Schaft oder an der Zieleinrichtung.

    Ist das Selbst- oder Wiederladen von Hülsen erlaubt?

    • Ja, aber für den Erwerb des Pulvers ist eine Erlaubnis nach dem Sprengstoffrecht erforderlich.

7. Sicherung gegen Abhandenkommen von Schußwaffen und Munition
und sonstige Pflichten des Waffen- und Munitionsbesitzers

    Was ist bei der Waffen- und Munitionsaufbewahrung zu beachten?

    • Schußwaffen und Munition sind gegen Abhandenkommen und Diebstahl zuverlässig zu sichern.
    • Kurzwaffen sind, auch wenn sie sich in einer ordnungsgemäß verschlossenen Wohnung befinden, noch besonders einzuschließen.
    • Langwaffen sind, soweit sie nicht besonders eingeschlossen werden, durch Anschließen oder gleichwertige Maßnahmen gegen unbefugten Zugriff zu sichern.

    Was können Sie tun, wenn eine zuverlässige Sicherung bei längerer Abwesenheit oder aus sonst einem Grund nicht möglich ist?

    • Die Gegenstände können ohne besondere Erlaubnis vorübergehend einem Dritten in sichere Verwahrung gegeben werden.

    Was ist zu tun, wenn Erlaubnisurkunden abhanden kommen?

    • Kommen jemandem Erlaubnisurkunden abhanden, so hat er das binnen einer Woche, nachdem er davon Kenntnis erlangt hat, der zuständigen Behörde anzuzeigen.

    Was ist zu tun, wenn Waffen oder Munition abhanden kommen?

    • Das Abhandenkommen ist innerhalb einer Woche seit Kenntniserlangen bei der zuständigen Behörde anzuzeigen.

    Sind Sie in bezug auf Ihre Waffen zur Auskunft gegenüber der Behörde verpflichtet?

    • Ja! Wer eine Erlaubnis nach dem Waffengesetz erhalten hat oder sonst die tatsächliche Gewalt über Schußwaffen ausübt, hat der zuständigen Behörde die für die Durchführung des Gesetzes erforderlichen Auskünfte zu erteilen.

    Kann die Behörde verlangen, daß ihr Schußwaffen, Munition oder Erlaubnisscheine zur Prüfung vorgezeigt werden?

    • Ja! Die zuständige Behörde kann aus begründetem Anlaß anordnen, daß ihr Schußwaffen oder Munition, deren Erwerb der Erlaubnis bedarf, oder Erlaubnisscheine binnen angemessener Frist zur Prüfung vorgezeigt werden.

8. Verbotene Gegenstände

    Gibt es Schußwaffen oder sonstige Gegenstände, die nicht erworben, besessen und überlassen werden dürfen?

    • Ja, die sog. verbotenen Gegenstände.

    Nennen Sie einige dieser Gegenstände.

    • z.B.:
      • Schußwaffen, die über den üblichen Umfang hinaus zusammengeklappt, zusammengeschoben, verkürzt oder schnell zerlegt werden können,
      • Schußwaffen, die zerlegbar sind, deren längster Waffenteil kürzer als 60 cm ist und die zum Verschießen von Randfeuerpatronen bestimmt sind,
      • Schußwaffen, die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind,
      • Schußwaffen, die vollautomatische Selbstladewaffen sind,
      • Schußwaffen oder Waffenattrappen, die ihrer äußeren Form nach den Anschein einer vollautomatischen Kriegswaffe hervorrufen,
      • Revolver- oder Pistolenmunition mit Geschossen, die einen Spreng- oder Brandsatz oder einen harten Metallkern enthalten,
      • Geschosse mit Betäubungsstoffen,
      • Hohlspitzgeschosse und Teilmantelgeschosse mit Sollbruchstellen für Pistolen- und Revolvermunition, Nadelgeschosse,
      • Präzisionsschleudern, Armstützen und vergleichbare Vorrichtungen für diese Geräte, sonstige Schleudern mit einer Spannenergie von mehr als 23 Joule.

    Gehören Schalldämpfer zu den Verbotenen Gegenständen?

    • Nein! Sie sind aber erlaubnispflichtig.


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